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WALDUMBAU IM FORSTENRIEDER PARK

Die Mischung macht den Klimaschutz

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DAS PROJEKT IM ÜBERBLICK

Waldumbau im Forstenrieder Park - Herbstpflanzung 2024

Nachdem bereits im Frühjahr diesen Jahres erfolgreich Pflanzungen durch die Aktion Zukunft+ ausfinanziert wurden, plant Bergwaldprojekte e. V. wieder eine Herbstpflanzung im Forstenrieder Park mit den Bayerischen Staatsforsten durchzuführen.  

Seit geraumer Zeit sind flächige neuartige Waldschäden ein vieldiskutiertes Thema. Auch die großen Nadelwälder im Münchner Raum sind betroffen. Stürme, Hitzesommer und damit einhergehende Schädlinge führen zunehmend zu partieller Entwaldung. Luftschadstoffe und die gravierenden Folgen des Klimawandels bringen die Fichtenmonokulturen nun massiv in Bedrängnis. Während Wälder in gesundem Zustand zu den wichtigsten Kohlenstoffsenken der Erde gehören, werden sie beim Absterben selbst zur CO2-Quelle. Dies geschieht durch das Verrotten der Biomasse, aber auch durch Abbauprozesse auf den entstandenen Kahlflächen, die das zuvor im Boden gebundene CO2 wieder freisetzen.

Der Bergwaldprojekt e. V. baut durch die Ansiedlung standortheimischer Baumarten labile Fichtenwälder im Forstenrieder Park in gesunde zukunftsfähige Mischwälder um. Wie das konkret funktioniert? Im Rahmen des Projekts werden im Voranbau unter Altfichten oder auf offenen (Sturm)flächen standortheimische Laubhölzer und Tannen gesetzt.

Bei der Herbstaktion 2024 sollen 2.500 Bäume gepflanzt werden. Hierzu führt das Bergwaldprojekt freiwillige Pflanztage mit teils mehr als 100 Teilnehmer:innen im Revier Unterdill durch. Mit dieser Pflanzaktion lassen sich ca. 0,6 Hektar labiler Fichtenwald langfristig ökologisch stabilisieren. Eine stabile und leistungsfähige Humusschicht wird aufgebaut, welche Wasser, Nährstoffe und Kohlenstoff speichert. Lieferte der Boden des bisherigen Fichtenaltbestands ein CO2-Speichervermögen von rund 10 Tonnen je Hektar und Jahr, liegt nach 15 Jahren der Wert des neu entstehenden Mischwaldes mit einem Speicherpotenzial von 17 bis 20 Tonnen CO2 je Hektar und Jahr deutlich höher. Geht man von einer Waldstabilität von 20 Jahren aus, ergibt sich auf der Fläche von 0,6 Hektar eine potenzielle CO2-Einsparung von 84-120 Tonnen.

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    PROJEKTSTECKBRIEF

     

    Bereich: Forstwirtschaft

    Projektdauer: Eine Pflanzaktion im Herbst 2024

    Beantragter Förderbetrag: 16.050 Euro

    Gesamte CO2-Reduktion: 84 bis 120 t CO2e über 20 Jahre

    Klimaschutzeffizienz: 134 bis 191 €/ t CO2e

    Eindrücke von der ersten Frühjahrspflanzung 2024

    PROJEKTDETAILS

    • Wer steht hinter dem Projekt?

      Dieses Projekt wurde vom Bergwaldprojekt e.V. eingebracht. Seit 2006 arbeitet das Bergwaldprojekt im Waldumbau und Zaunbau (gegen Wildverbiss) im Forstenrieder Park, um einen klimastabilen und gemischten Wald der Zukunft zu gestalten. Der Forstbetrieb München (Bayerische Staatsforsten) bewirtschaftet diese Waldgebiete südlich von München, welche als Bannwälder unter Bestandsschutz stehen. Als Flächeneigner unterstützt er in diesem Projekt die Logistik und Planung.
    • Wie schützt das Projekt unser Klima?

      Das Pflanzen von tiefwurzelnden Bäumen wie Tannen und Buchen stabilisiert die Fichten-Altbestände nach und nach. Ihre milde Streu hat ein günstiges Verhältnis von Kohlenstoff zu Stickstoff mit einer hohen Basensättigung. Dies verbessert den Boden im Hinblick auf das Wasser- und Nährstoffspeichervermögen und die Fähigkeit, mehr Kohlenstoff aufzunehmen. Das CO2-Speichervermögen im Boden wird durch den Waldumbau von ca. 10 Tonnen je Hektar und Jahr im Fichtenaltbestand nach 15 bis 20 Jahren auf 17 bis 20 Tonnen je Hektar und Jahr gesteigert. Über 20 Jahre gerechnet, ergibt sich auf der Fläche von 2,5 Hektar eine potenzielle CO2-Einsparung von 350 bis 500 Tonnen.

      Berechnet wurde nur die Kohlenstoff-Speicherleistung durch die Erhöhung des Humusgehalts. Die drohenden Emissionen durch das bereits stattfindende Waldsterben wurden in der Berechnung der Treibhausgasminderung nicht berücksichtigt. Die reale Klimawirksamkeit liegt daher sogar noch höher.

    • Welche weiteren Vorteile bringt das Projekt mit sich?

      Weitere Vorteile, neben der langfristigen CO2-Bindung, sind unter anderem die Schaffung klimastabiler Zukunftswälder, die Erhöhung der Biodiversität durch Pflanzung seltener Laubbäume sowie positive Effekte auf das Kleinklima (Kühlung im Sommer; Wärme im Winter). Die Trinkwasserspeicherung wird von ca. 40 Liter pro Hektar und Jahr innerhalb von 15 Jahren auf etwa 180 Liter gesteigert. Zudem wird die Qualität des Trinkwassers verbessert.

      Die Bäume werden im Rahmen von öffentlichen Pflanztagen, sogenannten „Neihaufeschten“ in der Zusammenarbeit mit ehrenamtlich engagierten Bürger:innen gepflanzt. So können interessierte und motivierte Bürger:innen an dem Projekt beteiligt werden.

    • Warum braucht das Projekt Ihre Unterstützung?

      Der Verein Bergwaldprojekt ist gemeinnützig tätig und hauptsächlich spendenfinanziert. Hauptamtliche Försterinnen und Förster kümmern sich um die fachgerechte Pflanzung und Pflege der Bäume, die Dokumentation und das Monitoring über den Wuchserfolg sowie um die Organisation der Freiwilligeneinsätze. Mit Ihrer Spende finanzieren Sie die Bäume und ihre Pflanzung. Pro Baum fallen Kosten von sechs Euro an. Darüber werden die Verpflegungskosten der freiwilligen Teilnehmer, das Pflanzgut, der Wildschutz sowie die spätere Pflege der Bestände bezahlt